Ausgeglichenheit und Dankbarkeit im Fokus
Die Tage sind in den letzten Wochen schon deutlich kürzer geworden und die allgemeine Stimmung beginnt sich langsam zu ändern. Mabon am 21. September ist das zweite von insgesamt drei der Erntedankfeste, die es im keltischen Jahreskreis gab. Lughnasadh am 01. August ging voraus und Samhain folgt am 31.10./01.11.
Doch Mabon ist mehr – es ist einerseits das Herbstäquinoktium, wie die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche auch genannt wird und somit einer von nur zwei Tagen im Jahr, an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Nach diesem Punkt im Jahr beginnt sich die Energie merklich zu verändern und die Dunkelheit überwiegt langsam aber stetig über die Helligkeit. Wir bewegen uns weg von der Jahreshälfte, die der Wiederkehr des Lichts gewidmet war und hin zur Ernte dessen, was das Licht uns geschenkt hat und letztlich auch zur Dunkelheit und Rückkehr nach Innen.
Andererseits markiert Mabon auch das Ende des Jahreskreises, der Ende Oktober/Anfang November dann mit Samhain von neuen beginnt.
Es geht bei Mabon also um Gleichgewicht, Ernte, Dankbarkeit, Rückschau. Aber auch darum, die Energien nun bewusst zu bündeln, sich langsam wieder nach innen zu kehren und mit sich selbst zu beschäftigen.
Fragen, die wir uns zu Mabon stellen dürfen sind zum Beispiel:
- Was habe ich dieses Jahr geschafft?
- Wofür bin ich dankbar?
Wichtig ist mir hier immer zu unterscheiden zwischen dem Leistungsgedanken und echter Innenschau. Denn bei der Frage, was man geschafft hat soll es nicht um Leistung oder Leistungsdruck gehen, sondern eher um die Frage, ob wir uns auf dem Weg befinden, den wir auch gehen wollen. Ob wir das Leben, was uns entspricht. Ob wir wirklich tun, was zu uns passt,…

Erntedank und Dankbarbeit
Tag und Nacht sind an Mabon gleich lang. Von nun werden die Tage kürzer, bis sie wir mit Yule am 21.12. den kürzesten Tag des Jahres erleben. Mabon markiert somit den Übergang von Sommer zu Winter, der sich nun ganz klar zeigt. Es lädt ein zurück zu blicken auf den Sommer und das bereits fortgeschrittene Jahr und zu reflektieren, was bisher passiert ist.
Dankbarkeit hat hier einen großen Platz, denn wir sind eingeladen diese einmal bewusst zu spüren. Dankbar zu sein für die Natur, die uns in der Mitte der Erntefeste so viel schenkt. Und zu überlegen, für was wir generell in unserem Leben dankbar sind.
Auch beginnt mit Mabon die Vergänglichkeit sichtbar zu werden, da die Natur ihre Hochzeit hinter sich hat und nun bald langsam karger wird. Noch herrschen Überfluss und Farbenfrohheit, daher ist es noch ein helles und fröhliches Fest voller Fülle und Freude. Doch der Übergang wird deutlich spürbar.
Die Natur zu Mabon
Als eine der Zeigerpflanzen des Spätsommers sind für Mabon Äpfel, die nun reif an den Bäumen hängen und teils bereits abfallen, typisch und dürfen zu dieser Zeit im Jahr nicht fehlen.
Mabon fällt je nach Region aus phänologischer Sicht in den Spätsommer oder Frühherbst. In manchen Regionen sind zum 21.09. auch bereits die Holunderbeeren reif, was den phänologischen Frühherbst anzeigt.
Früher war dies auch eine Zeit, der harten Arbeit in der es gleichwohl wichtig war, sich immer wieder auszuruhen nach der harten Zeit der Ernte und einen kurzen Moment Kraft zum sammeln für die bevorstehende Zeit. Denn nach der Ernte stand das Verarbeiten der geernteten Früchte an, gefolgt von der kargen und dunklen Jahreszeit, die bald danach hereinbricht.
Auch in der heutigen Zeit dürfen wir also nochmal Kraft, Vertrauen und Hoffnung sammeln für die bevorstehende dunkle Jahreszeit und des Energiewechseln von Außen nach Innen bewusst werden.
Traditionell ist nun auch die Kräuterernte beendet, da die Natur Ruhe braucht und ihre Energien ebenfalls nach Innen zurückzieht und bündelt. Die Energien gehen nun also von den Blättern und Blüten nach innen in die Wurzel und so steht nun auch die Zeit der Wurzelernte bevor.
Kleine Mabon Rituale für den Alltag
Der Mabon „Altar“
Vielen bekannt ist der Erntedankaltar und genauso kann auch ein Mabon „Altar“ gestaltet werden. Praktisch, alltagsnah umsetzbar & wunderschön ist hier zum Beispiel einfach eine reich gedeckte Obstschale mit Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Hagebutten und allem, was die Natur gerade bietet, auf dem Tisch. Ergänzt mit einer Kerze in gold, orange oder braun zieht die wunderschöne herbstliche Stimmung ins Esszimmer ein.
Bewusste Dankbarkeit
Mabon lädt ein, bewusst dankbar zu sein. Ein sehr schönes Ritual hierzu ist eine Dankbarkeitsliste. Hierzu reicht es einfach sich fünf Minuten Zeit zu nehmen und kurz zu notieren, für was man gerade dankbar ist. Alternativ kann man sich vornehmen, ab jetzt täglich direkt nach dem Aufstehen und vor dem Einschlafen eine Sache zu finden, für die man heute dankbar ist und sich diese kurz vorzustellen.
Herbstliche Mahlzeiten
Die Natur bietet uns nochmal eine große Fülle, die wir bewusst nutzen können. Zum Beispiel indem wir einen Kuchen aus geerntetem Obst backen, der halb/halb mit etwas dunklem (Zwetschgen/Brombeeren,…) und etwas hellem (Äpfeln, Birnen,…) belegt ist, um das aktuelle Gleichgewicht zu symbolisieren.
Oder indem wir herbstliche und reichhaltige Mahlzeiten zubereiten mit Kürbis, Nüssen, Beeren, Äpfeln, Zwetschgen, Kartoffeln, Mais, Maronen,… Dazu Apfelsaft oder Wein und herbstliche Tischdekoration.
Die Frage die Mabon stellt
Für was bist du dankbar?
Diese Frage ist sicher die Kernfrage von Mabon. Mit den Anregungen aus dem Text kannst du nun bewusst und mit Dankbarkeit in den Herbst gehen und dich positiv einstimmen auf die nahende Zeit des Rückzugs.
Yin Yoga zu Mabon
Eine Yin Yoga Übung, dich ich für diese Zeit des Jahres besonders mag ist das offene oder auch schmelzende Herz (Anahatasana )
Durch diese sanfte Rückbeuge können wir auf körperlicher Ebene u.a. Schultern, oberen Rücken und Brustraum öffnen & mobilisieren. Sowie auf emotionaler Ebene unser Herz öffnen, was wunderschön ist, um Gefühle wie Dankbarkeit einzuladen.
Du kannst dir dann besonders gut die Frage stellen: Für was bin ich dankbar?
Eine kleine Einladung zum Schluss
Du musst Mabon nicht im klassischen Sinn feiern. Es geht heute bei den Jahreskreisfesten nicht unbedingt um ein Fest im klassischen Sinn. Doch heute wichtiger denn je können die Jahreskreisfeste uns als Marker im Jahr dienen, um die sich verändernte Zeitqualität zu spüren und uns wieder mehr mit der Natur sowie mit uns und unserem Rhythmus zu verbinden.
Mehr zu den Jahreskreisfesten kannst du auch im markierten Blogartikel erfahren.
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