Es wird Zeit zu ernten.
Mitte des Sommers. Die Tage sind noch warm, aber das Licht hat sich verändert. Es ist weicher geworden, goldener. Die ersten Früchte hängen schwer an den Ästen. Die Felder stehen kurz vor der Ernte.
Der 1. August ist Lughnasadh – das erste der drei keltischen Erntefeste im Jahr. Benannt nach dem Sonnengott Lugh, ist es ein Fest der Fülle, der Dankbarkeit – und des ersten Loslassens.
Denn Ernte bedeutet nicht nur nehmen. Ernte bedeutet auch: Was hat sich entwickelt? Was ist gereift? Und was darf jetzt abgegeben werden, damit Neues wachsen kann?
Diese Fragen stellt Lughnasadh. Und ich finde sie sind für Mütter in den ersten Jahren unglaublich relevant.

Was Lughnasadh mit Mutterschaft zu tun hat
Das erste Jahr mit einem Kind ist eine Ernte der besonderen Art.
Du hast gesät – mit Liebe, mit Erschöpfung, mit allem was du hattest. Du hast begleitet, gehalten, funktioniert, geliebt. Und jetzt, irgendwo zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr deines Kindes, merkst du vielleicht: Da ist etwas gewachsen. In deinem Kind. Und auch in dir. Aus deinem Baby wurde ein Kind, so viel hat sich entwickelt.
Lughnasadh lädt ein, innezuhalten und zu fragen: Was ist in den letzten Monaten gereift? Was habe ich gelernt – über mein Kind, über mich, über das, was ich wirklich brauche?
Das ist keine romantische Frage. Ich weiß dass der Alltag mit Baby und Kleinkind oft alles andere als romantisch ist. Aber genau deshalb ist dieser Moment wichtig: ein paar Mal im Jahr bewusst hinschauen und auf das Hier und Jetzt blicken.
Ernte und Loslassen – zwei Seiten derselben Medaille
Ernte ohne Loslassen gibt es nicht. Wenn die Bäume ihre Früchte fallen lassen, dann lassen sie sie los. Wer einmacht und konserviert, akzeptiert, dass die Wachstumsphase vorbei ist. Die aktuelle Ernte der Getreidefelder bedeutet, dass das, was über Monate gewachsen ist, sich nun von seinem Ursprung trennt.
Für Mütter bedeutet das oft: Loslassen einer Vorstellung davon, wie es sein sollte. Loslassen von Perfektion. Loslassen von dem, was in der Schwangerschaft geplant war und sich anders entwickelt hat. Aber auch ganz praktisch müssen wir als Mama immer wieder loslassen. Unsere Schwangerschaft, um unser Baby zu gebären. Unser Baby, das sich in ein Kleinkind entwickelt und so weiter. Mutterschaft ist ein ständiger Veränderungsprozess und Wandel.
Lughnasadh sagt: Das ist gut so. Das ist Ernte. Nicht alles wächst wie geplant, aber es wächst. Und nach einer Phase kommt die nächste. Und das darf gewürdigt werden.
Vielleicht ist deine Ernte dieses Jahr: Du machst weiter, auch wenn es anstrengend ist. Du liebst tief, auch wenn du erschöpft bist. Das ist keine kleine Ernte. Das ist eine große.
Kleine Lughnasadh-Rituale für Mamas
Das Ernte-Frühstück.
Koche dir am 1. August ein bewusstes Frühstück mit dem, was die Saison gerade bietet. Beeren, Pfirsiche, frisches Brot. Nicht aufwändig, aber bewusst. Ein kleines Danke an die Fülle, die gerade da ist.
Die Ernte-Frage.
Nimm dir abends fünf Minuten. Schreib auf: Was ist in den letzten Monaten in mir gereift? Was habe ich gelernt? Was darf ich jetzt loslassen? Drei ehrliche Sätze reichen.
Das Goldlicht-Ritual.
Das Augustlicht ist besonders – golden, warm, weich. Geh raus, wenn die Sonne tief steht, abends oder morgens. Spür dieses Licht auf der Haut. Das ist Lughnasadh pur.
Einmachen als Ritual.
Wenn du die Möglichkeit hast: Mach etwas ein. Marmelade, Sirup, getrocknete Kräuter. Das ist nicht nur praktisch, es ist ein uraltes Ritual und wundervoll, um sich mit der Natur zu verbinden.. Die Fülle des Sommers festhalten für die dunklere Zeit. Mit Kind wunderbar möglich -Beeren waschen, Gläser befüllen, rühren. Das ist Jahresrhythmus zum Anfassen.
Die Frage die Lughnasadh stellt
Was ist in dir gereift, auch wenn du es kaum gesehen hast?
Nimm diese Frage mit in den August. Lass sie arbeiten. Die Antwort kommt manchmal leise – beim Stillen, beim Spaziergang, beim Aufwachen.
Eine kleine Einladung zum Schluss
Du musst Lughnasadh nicht kennen, um es zu fühlen. Du hast es vielleicht schon gespürt – dieses goldene, schwere, reife Gefühl des Hochsommers. Diese Ahnung, dass etwas zu Ende geht und gleichzeitig etwas bleibt.
Das ist Ernte. Und du bist mittendrin.
Mehr zu den Jahreskreisfesten kannst du auch im markierten Blogartikel erfahren.
Bleib auf dem Laufenden
Wenn dich dieser Artikel angesprochen hat, freue ich mich, wenn wir in Kontakt bleiben. In meinem Newsletter schreibe ich über Leben mit kleinen Kindern, über Mama-Sein mit allem was dazugehört, über gelebtes Yoga – und über das was gerade in der Natur und im Jahresrhythmus passiert.
Ehrliche Gedanken, praktische Impulse, kein Druck.



