Neulich war ich mit der Mama, die ich aktuell als Mütterpflegerin begleite und ihrem Baby unterwegs zu einem Termin, zu dem ich sie regelmäßig begleite. Doch diese Woche war etwas anders, denn wir wurden begleitet von einer Redakteurin der Badischen Neuesten Nachrichten. Und zwar, um festzuhalten, was Mütterpflege ausmacht: echtes Leben, echter Alltag, echte Unterstützung.
Der Artikel über Mütterpflege in Karlsruhe ist heute erschienen – und er hat mich dazu gebracht, noch einmal aufzuschreiben, was ich im Gespräch mit der Redakteurin erklärt habe. Denn die häufigste Reaktion die ich im Bezug auf Mütterpfleger kenne lautet: „Was, das gibt es? Das wusste ich gar nicht.“

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Was ist Mütterpflege – und was ist sie nicht?
Mütterpflege ist kein medizinischer Beruf. Medizinische Versorgung ist Aufgabe der Hebamme und der Ärzt/innen. Eine Mütterpflegerin arbeitet dort, wo die Hebamme aufhört – im Alltag, zu Hause, ganz nah dran.
Sie kocht, entlastet im Haushalt, begleitet zu Terminen, kümmert sich ums Baby. Aber sie bringt auch Fachwissen mit, das eine normale Haushaltshilfe nicht hat: Kenntnisse über den Verlauf des Wochenbetts und mögliche Komplikationen, über Stillen und Säuglingspflege, über postpartale Stimmungsschwankungen und wie man damit umgehen, über Mutter-Kind-Bindung und was sie stärkt uvm..
Sie ist eine ruhige, verlässliche Präsenz in einer Phase, die Frauen oft an ihre Grenzen bringt. Sie hört zu. Sie gibt Halt. Sie sieht die Mutter – nicht nur die To-do-Liste.
Mehr dazu, was genau der Unterschied zur Haushaltshilfe ist, habe ich hier ausführlich beschrieben: Unterschiede Mütterpflegerin und Haushaltshilfe
Und den Unterschied zur Hebamme findest du hier: Unterschiede Mütterpflegerin und Hebamme
Warum Mütterpflege heute so wichtig ist
Früher gab es das Dorf. Mütter, Schwiegermütter, Nachbarinnen – die einfach da waren. Heute leben Familien oft weit entfernt voneinander. Partner arbeiten früh wieder. Die gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter sind hoch: funktionieren, organisieren, stark sein. Und gleichzeitig fehlt die Unterstützung dafür.
Ich hatte das selbst so erlebt – keine familiäre Unterstützung, alles alleine schaffen. Ich weiß genau wie sich das anfühlt. Heute möchte ich, dass Familien in Karlsruhe es nicht so schwer haben müssen.
Mütterpflege ist aus meiner Sicht auch Prävention. Entlastung und eine ruhige Begleitung können dazu beitragen, dass Folgebeschwerden gar nicht erst entstehen – weniger Stress bedeutet oft weniger Stillprobleme, weniger Erschöpfungsspirale usw. Das zeigt sich im Mütterpflegealltag immer wieder.
Mehr über Einsamkeit im Wochenbett und was du tun kannst findest du hier: Einsamkeit als Mutter – was sie mit dir macht
Wer zahlt das – und wie läuft das ab?
Die gute Nachricht: Mütterpflege kann unter gewissen Voraussetzungen von der Krankenkasse übernommen werden. Es läuft als Haushaltshilfe nach §24h SGB V bei Schwangerschaft und Geburt – zuzahlungsfrei – oder nach §38 SGB V bei Krankheit wenn ein Kind unter 12 Jahren im Haushalt lebt. Dafür braucht es immer eine ärztliche Verordnung. Diese und einen entsprechenden Antrag reicht man bei der Krankenkasse ein, die dann den Anspruch prüft.
Alles Wichtige zur Kostenübernahme habe ich hier zusammengefasst: Mütterpflege & Krankenkasse
Doch auch ohne Kassenleistung ist Mütterpflege möglich – als Privatleistung, jederzeit und unkompliziert. Manche Familien zögern zunächst bei dem Gedanken, aber wenn man ehrlich schaut, was in dieser Phase wirklich zählt, rückt das eigene Wohlbefinden schnell nach oben.
Und noch ein Gedanke für alle die gerade nach einem Geschenk zur Geburt suchen: Anstatt noch einem Body oder dem zehnten Kuscheltier – wie wäre es mit echter, praktischer Unterstützung? Mütterpflege als Geschenk ist eine der sinnvollsten Investitionen, die du einer werdenden Mama machen kannst.
Mehr dazu findest du hier: Privatleistung und Gutschein
Mütterpflege Karlsruhe – du bist nicht allein
In der Region Karlsruhe gibt es ein Mütterpflege Netzwerk von fast zehn zertifizierten Mütterpflegerinnen. Wir arbeiten alle selbständig, sind aber vernetzt, engagieren uns gemeinsam für bessere Sichtbarkeit der Mütterpflege, um sie noch mehr Frauen zugänglich zu machen. Außerdem tauschen wir uns regelmäßig aus – ein wichtiger Baustein, um die Qualität unserer Arbeit zu sichern. Und wir können gemeinsam sehen, wer für welche Mama Kapazitäten hat, sodass eine möglichst gute Versorgung gewährleistet wird.
Wenn du direkt an mich Fragen hast oder schauen erfahren möchtest, ob ich noch Kapazitäten habe, kannst du mich direkt anfragen.
Du möchtest selbst Mütterpflegerin werden?
Wenn dich dieser Artikel neugierig gemacht hat – nicht als Mama die Unterstützung sucht, sondern als Frau, die andere Mamas begleiten möchte – dann schau dir die Ausbildung an, die ich selbst gemacht habe.
Ich kann sie aus meiner Erfahrung sehr empfehlen: Alles zur Mütterpflege-Ausbildung.
Manche starten auch direkt mit einer Kombination, um Mütter ganzheitlicher betreuen zu können. Du kannst dir hier alle Ausbildungen meines Ausbildungsinstituts ansehen und buchen.
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