Der Mai ist für mich ein Monat, bei dem man abends draußen sitzt und denkt: Es fehlt gerade nichts. Ein wunderschönes Gefühl und eine tolle Zeit des Übergangs.
Hier ist mein Mai.

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Draußen
Nach den Eisheiligen – die dieses Jahr wirklich pünktlich kamen und sich nicht lumpen ließen, ist der Mai dieses Jahr direkt in den Frühsommer übergegangen. Fast von einem Tag auf den anderen. Erdbeeren, Rhabarber, Holunder in voller Blüte. Diese Zeit im Jahr ist die, die mich immer ein bisschen aufatmen lässt. Sie ist so voller Fülle – und bleibt trotzdem still bevor der mit Reizen vollgepackte Hochsommer kommt.
Ich habe darüber auch einen Blogartikel geschrieben, weil mir aufgefallen ist, was diese Pflanzen, die gerade überall sprießen, für Mütter bedeuten können – jenseits von Smoothies und Rezepten.
→ Frühlingskräuter für Mütter – was jetzt wächst und wie du es nutzen kannst
Eines unserer Highlights diesen Monat war eine Übernachtung im Baumhaus. Mitten im Wald, mit der Familie. Diese Stimmung, die Geräusche, das Licht,… einfach unglaublich schön. Manchmal braucht es genau das – etwas, das aus dem gewohnten Rahmen fällt, ohne dass man dafür weit reisen müsste.
Und natürlich haben wir die Fülle des Mai genutzt. Gleich zwei Tage nacheinander in den Pfingstferien selbst Erdbeeren pflücken. Holunder für Tee und Sirup sammeln und einfach immer wieder die Natur genießen.






Zuhause
Wir wurden im Mai fast einen kompletten Tag von einer Fotografin begleitet. Sie erweitert ihr Portfolio, wir bekommen schöne Familienfotos – ein wunderbarer Tausch und eine tolle neue Verbindung, die hier entstanden ist. Es ist selten, dass man sich selbst als Familie von außen sieht und ich fand es richtig berührend die Schönheit im Alltag mal so direkt zu sehen. Diese kleinen, ungestellten Momente, die sie eingefangen hat – die werde ich so schnell nicht vergessen.
Solltest du eine tolle Fotografin in der Region Karlsruhe suchen, dann kann ich dir Margarita sehr empfehlen. Guck gerne auf ihrer Homepage vorbei, vielleicht entdeckst du mich ja sogar.
Im Mai gab es auch wie in jedem Jahr besonders viele Feiertage. Vielleicht auch deshalb liebe ich den Mai besonders. Er bietet viel Zeit, um einfach mal durchzuatmen.
Auch mein neuestes Hobby filzen hat diesen Monat wieder Platz gefunden. Es ist nicht nur wunderschön und entspannend, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen – bei uns ist es auch noch eine tolle neue Mutter-Tochter-Aktivität, die nur uns beiden gehört. So sind dieses Mal ein schöner Hase sowie ein niedlicher Dino für meine andere Tochter entstanden.
Und: Ein neuer Mütterpflegeeinsatz hat spontan begonnen. Ich darf nun für eine Weile zwei Familien gleichzeitig begleiten. Die Mama, die mich kontaktiert hat, hat dringend Unterstützung gebraucht und so habe ich mich entschieden ihr zu helfen, auch wenn es natürlich etwas mehr Zeit bindet. Da wir hier in der Region aber glücklicherweise mittlerweile einige Mütterpflegerinnen haben, kann ich sie gemeinsam mit einer Kollegin unterstützen – so hat die Frau eine gute Versorgung und ich kann die Zeit gut aufbringen. Das fühlt sich richtig an – ich weiß, was es bedeutet, diese Unterstützung zu haben. Und was es bedeutet, sie nicht zu haben.






Gerade auf dem Nachttisch
Diesen Monat hat mich „Ein ungezähmtes Tier“ von Joël Dicker begleitet – und ich muss ehrlich sagen: Ich habe es schlicht nicht weglegen können.
Joël Dicker ist einer dieser Autoren, bei denen ich schon vor dem ersten Kapitel weiß: Das nächste Wochenende ist weg. Es geht um zwei benachbarte Ehepaare in Genf und einen geplanten Juwelenraub. Alle zentralen Figuren haben etwas zu verbergen, und die Geschichte entfaltet sich über Rückblenden, die erst nach und nach die Verstrickungen aufdecken. Was Joël Dicker kann wie kaum sonst jemand: Er baut Spannung so auf, dass man nicht merkt, wie sie entsteht. Plötzlich sitzt man da, es ist halb zwölf, und man denkt: nur noch ein Kapitel. Die Choreografie der Szenen ist so berauschend, dass man gar nicht möchte, dass der Roman ein Ende hat. Mir geht das mit jedem seiner Bücher so.
Was mich diesmal aber noch besonders beschäftigt hat: Es ist kein Krimi im klassischen Sinne. Es lässt tief in das Innenleben von Familien blicken. In das, was hinter gepflegten Fassaden steckt. Alle wirken von außen tadellos, alle haben ihr Leben scheinbar im Griff. Und dann blättert es sich auf, Schicht für Schicht.
Das hat mich an etwas erinnert, das ich auch in meiner Arbeit immer wieder erlebe. Wie sehr wir dazu neigen, bei anderen perfekte Verhältnisse anzunehmen. Immer denken, bei allen anderen läuft es rund – nur bei uns irgendwie nicht. Joël Dicker erzählt das im großen Stil, mit Genfer Villen und Juwelenraub. Aber das Muster dahinter kennt man auch aus dem ganz normalen Alltag.
Wer ihn noch nicht kennt: ein guter Einstieg. Wer ihn kennt: weiß, was einen erwartet.

Ein Gedanke
Der Mai hat diese besondere Qualität, die ich jedes Jahr aufs Neue genieße. Er ist voll – aber nicht überwältigend. Erdbeeren, Holunder, lange Abende, Übergänge, Sonne und Licht – aber noch nicht so viel, dass es zu viel wird. Alles ist da, und trotzdem bleibt es angenehm.
Manchmal denke ich, es lohnt sich, das bewusst wahrzunehmen. Diese Fülle gerade jetzt. Der Hochsommer kommt noch – und der kann wunderschön sein, aber er bringt auch eine andere Energie mit. Hitze, grelles Licht, und irgendwie immer dieses Gefühl, dass jetzt etwas Besonderes passieren müsste. Ausflüge, Urlaub, Erlebnisse. Der Hochsommer stellt manchmal Erwartungen, ob man will oder nicht.
Und auch Einsamkeit kann im Hochsommer und der Ferienzeit aktueller sein, als man in dieser Jahreszeit vermutet.
Einen passenden Artikel zum Thema, den ich bereits vor zwei Jahren geschrieben habe, findest du hier. → Einsamkeit und Überforderung in den Sommerferien – wenn das Dorf fehlt
Der Mai stellt keine. Er bietet einfach an.
Ich glaube, das darf man ruhig genießen – ganz bewusst, bevor es sich wieder dreht.
Wie war dein Mai?




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