Wie du Feiertage so gestalteten kannst, dass dein Baby reguliert bleibt – und du auch.
Die Advents- und Weihnachtszeit wirkt nach außen heimelig. Innen sieht es bei vielen Familien anders aus: Überforderung, Reizflut, Müdigkeit. Babys und Kleinkinder reagieren auf all das intensiver, als viele Erwachsene wahrhaben wollen. Und Mütter versuchen oft, den gesamten Dezember zu stemmen, obwohl ihr eigener Akku schon leer ist.
Ich kenne das nur zu gut. Beim ersten Kind wollten wir alles perfekt machen – und waren irgendwann einfach nur erschöpft. Beim zweiten Kind hatten wir mehr Struktur und mehr Wissen und sind viele anders angegangen.
Heute arbeite ich so, wie ich es damals gebraucht hätte – als Mütterpflegerin und Babyschlafberaterin mit Fokus auf echte Entlastung, um Familien auf ihrem Weg zu begleiten.
Damit du entspannter durch diese Jahreszeit kommst, brauchst du keine 100 Tipps. Du brauchst Klarheit. Hier sind die Punkte, die aus meiner Erfahrung wirklich den Unterschied machen.
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1. Reizflut runter – bevor das Nervensystem kippt
Volle Räume, laute Gespräche, blinkende Lichter: Erwachsene finden das „festlich“, für Babys kann es schnell eine sensorische Überladung werden.
Wenn dein Baby oder Kleinkind also in dieser Zeit abends schlechter einschläft oder tagsüber anhänglicher ist, ist das keine „Phase“, sondern es kann ein Zeichen sein von einem Nervensystem, das zu viel Input bekommen hat.
So hältst du es stabil:
- Maximal EIN größeres Ereignis am Tag. Du musst es nicht allen recht machen, für dein Baby oder Kind jedoch bist du verantwortlich. Also guckt, dass ihr es euch schön macht und dabei keinen (vor allem nicht dein Kind) überfordert.
- Pausen einplanen, bevor das Kind überdreht.
- Ein ruhiger Rückzugsort ist Pflicht – Trage, abgedunkeltes Zimmer, 5 Minuten frische Luft draußen. Wenn es doch zu viel wird, nimm dich und dein Kind raus und sorge für Entspannung.
Du kannst auch in einen ruhigeren Raum gehen und eventuelle Geräusche von nebenan durch eine Soundmaschine ausblenden. Für viele Babys wirkt das wunderbar beruhigend und ich habe besonders gute Rückmeldungen zur Easysleep Soundmaschine sowie der Renpho Soundmaschine erhalten.
Du schützt nicht nur die Stimmung des Kindes, sondern ersparst euch allen unnötige Abend- und Nachtdramen.
2. Dein Baby ist kein Weihnachtsgeschenk – kein Rumreichen aus Pflichtgefühl
Klassiker bei Familienfeiern: Jeder will das Baby halten.
Zunächst wichtig: Wie findest du das überhaupt? Wenn du es ok oder gut findest, dann macht das. Wenn nicht und du nur nicht nein sagen möchtest: Traue dich, für dich und dein Baby einzustehen.
Und unabhängig von deiner Haltung: Für dein Baby kann so eine Situation Stress bedeuten. Zu viele Hände, zu wenig Sicherheit. Das ist natürlich von Kind zu Kind unterschiedlich, aber grundsätzlich darfst du dir bewusst machen, dass gerade in den ersten Monaten die primären Bezugspersonen das wichtigste für dein Baby sind und es sehr viel Nähe und Ruhe braucht.
Das zu wissen und für sich zu reflektieren ist auf jeden Fall hilfreich für die Entscheidung, wie du hiermit umgehen möchtest.
Mein Tipp – Klare, höfliche Grenzen:
„Heute bleibt das Baby bei uns. Zu viel Wechsel ist gerade zu anstrengend für ihn/sie.“
Wenn jemand beleidigt ist – das ist ihr/sein Thema, nicht deins.
Hier kann es auch sehr hilfreich sein, dein Baby einfach viel in der Trage zu tragen. Viele Babys lieben das und es kann dir auch ein bisschen den Druck nehmen, da es klar ist, dass dein Baby bei dir ist.
Ich persönlich mag diese Babytrage oder auch Twist Babytrage sehr gerne, da ich sie selbst gerne genutzt habe.
Auch diese Trage ist sehr toll, da sie sowohl für dein Baby als auch durch die breiten Träger für dich ergonomisch gestaltet ist.
Nähe zu den primären Bezugspersonen ist Regulation – vor allem in den ersten Monaten. Punkt. Du bist der sichere Hafen, nicht Tante, Onkel, Oma,…
3. Bindung statt Perfektionismus
Dein Baby oder Kleinkind braucht keine perfekte Tafel, keinen aufwendig dekorierten Adventskalender und ganz sicher keinen durchgetakteten Familienmarathon.
Auch hier – wenn dir das Spaß macht und du es gut und stressfrei unterkriegst ist das wunderbar. Aber setze dich nicht unnötig unter Druck. Dein Kind braucht dich – so gut wie möglich reguliert. Das ist für dein Baby oder auch Kleinkind das wichtigste und nicht wie perfekt das Essen oder die Dekoration sind.
Und ja: Deine eigenen Bedürfnisse zählen. Viele Mütter verlieren sich in dieser Jahreszeit besonders leicht, weil sie „es allen recht machen“ wollen.
Mein Tipp – Konsequent pragmatisch:
- Streiche Verpflichtungen, die nicht wichtig sind und/oder die du nicht magst.
- Fertiger Teig, gekaufte Plätzchen, Festtagsmenü nicht selbst gekocht – alles legitim.
Weniger Druck = mehr Bindung. Du darfst es dir einfach und stressfrei machen und du darfst Grenzen setzen.
4. Schlaf stabil halten – nicht perfekt, sondern realistisch
Feiertage reißen Routinen auseinander. Das ist normal und ok. Trotzdem kannst du einiges tun, um den Schlaf nicht komplett entgleisen zu lassen.
Stellschrauben, die wirklich wirken:
- Tagschlaf priorisieren, egal wo. Kinderwagen, Auto – alles ok. Wichtig ist nur, dass du weiterhin auf passende Wachphasen achtest und darauf, dass keine Übermüdung und Überreizung auftreten. Das alleine hilft schon sehr viel.
- Zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen bewusst runterfahren. Auch wenn gerade der Heilige Abend klassischerweise abends ist – es kann sich lohnen das in den ersten Jahren mal anders zu machen. Gerade nach einem langen Tag tut Babys und auch Kleinkinder die Ruhe gut, um runterzufahren.
- Wenn es doch später wird und du das schon weißt: zumindest einen zusätzlichen Powernap einbauen.
- Nach den Feiertagen schnell wieder zurück in euren Rhythmus – Feiertage waren Feiertage und danach direkt wieder in die üblichen Routinen zu kommen gibt Babys und Kindern unglaublich viel Sicherheit und Orientierung.
Beim ersten Kind habe ich übrigens viel zu lange aus Rücksicht mitgezogen und keine Grenzen gesetzt, um keinen vor den Kopf zu stoßen. Dabei habe ich mich und uns ständig überfordert und habe unsere Grenzen einfach nicht ausreichend gewahrt. Beim zweiten Kind wusste ich, wie wichtig es ist, dass es uns gut geht und dass eine beleidigte Reaktion von Familienmitgliedern deren Thema ist und nicht unseres.
5. Dein Nervensystem reguliert dein Kind
Ich bin kein Fan von „entspannte Eltern = entspannte Kinder“. Nicht nur, dass das viel zu einfach gedacht ist. Es ist super unfair und schiebt Eltern alle Verantwortung zu.
Aber was schon richtig und wichtig ist: Babys fühlen dich ganz besonders stark. Wenn du gehetzt, gereizt oder überbelastet bist, fühlt dein Baby das sehr. Auch Kleinkinder haben feine Antennen und durch die ständige Co-Regulation und Resonanz in der wir stehen, überträgt sich Stress und Gereiztheit von dir durchaus auf dein Kind.
Du musst nicht allzeit super entspannt sein – aber auf sich zu achten und für sich zu sorgen ist super wichtig für das ganze Familiensystem.
Mini-Tools für zwischendurch:
- 30 Sekunden darauf achten die Ausatmung länger zu machen als die Einatmung.
- Eine Pause mehr, ein „Nein“ mehr. Achte auf dich und dein Kind und stehe für euch ein.
- 10 Minuten frische Luft ohne Handy. Bewusst die kühle Luft, das Vogelzwitschern, die vorbeiziehenden Wolken… wahrnehmen – das kann manchmal Wunder wirken.
- Kleine Inseln: Bad, Balkon, Treppenhaus – nutzen. Wenn es dir oder euch zu viel wird, zieht euch kurz zurück.
Diese kurzen Momente sind keine weitere Selbstoptimierung, sondern Stabilisierung.
6. Erwarte nicht, dass das Baby „mitmacht“. Baue den Rahmen so, dass es funktionieren kann.
Fehler Nr. 1: Hoffen, dass das Baby an Weihnachten einfach „gut drauf“ ist.
Fehler Nr. 2: Zu spät merken, dass es überreizt war.
Babys funktionieren nicht, sie reagieren sehr feinfühlig auf ihre Umgebung.
Und das ist gut so, denn es zeigt dir genau, wo du sie schützen musst. Achte auf die Signale, nimm sie wahr und reagiere dann auch wirklich. Du musst nicht das Weihnachtsprogramm bei der Oma bis 21 Uhr durchziehen, wenn dein Baby nicht mehr kann. Am besten plant ihr direkt so, dass es einfach gar nicht zu spät wird. Und falls du während der Feierlichkeiten merkst, dass es zu viel wird ist es völlig ok das auch zu kommunizieren und für dein Kind einzustehen. Ihr dürft früher gehen, ihr dürft euch zurückziehen.
7. Wenn die Nächte unruhiger werden: ruhig bleiben
Mehr Einschlafbegleitung, mehr Nähe, mehr Stillen oder Tragen – all das kann natürlich in einer solche trubeligen Zeit passieren.
Die gute Nachricht: Nach einer intensiven Zeit pendelt sich vieles innerhalb weniger Tage wieder ein, wenn du den Übergang gut begleitest und nach den Feiertagen die Struktur wieder hochziehst, wie oben beschrieben.
💬 Fazit: Entspannt heißt nicht perfekt. Entspannt heißt bedürfnisgerecht – für alle
Eine ruhige Weihnachtszeit entsteht nicht durch perfekte Planung, sondern durch klare Grenzen, bewusst reduzierte Reize und echte Selbstfürsorge.
Du musst niemandem etwas beweisen. Dein Kind erst recht nicht.
Mit dem richtigen Wissen kannst du den Schlaf deines Babys bedürfnisorientiert und strukturiert fördern – ohne Druck, ohne Schreienlassen und ohne starre Methoden.
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